Leitbild

HANDS UP setzt sich für eine inklusive und chancengerechte Gesellschaft ein. Der zentrale Schlüssel für die gleichberechtigte Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft ist der Zugang zu barrierefreier und inklusiv gestalteter Bildung und Arbeit.

„Nichts über uns ohne uns!“ HANDS UP unterstreicht diesen wesentlichen Grundsatz der Selbstbestimmung und setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Wesentliches Element ist hierfür die Selbstbestimmung von gehörlosen Menschen, also all jene, die es betrifft. Sowohl auf politischer Ebene als auch auf lokaler Ebene sollen gehörlose Menschen gestärkt werden, ihre Rechte selbst einzufordern, lokale Entscheidungsträger_innen werden dabei unterstützt, die Wichtigkeit der Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu erkennen. HANDS UP ist davon überzeugt: Inklusion hat nichts mit Hören zu tut, sondern mit Handeln. Alle Guides, die durch die Ausstellung führen, sind natürlich gehörlos.

Anerkennung der Gebärdensprache

Sprache bestimmt unser Leben als soziales Wesen. Sie ist mit unserem Verhalten, Handeln und Lernen verknüpft. Sprache ist von grundlegender Wichtigkeit für soziale Kontakte und Beziehungen, für den Lernerfolg in der Schule, für den Beruf, zum Ausdrücken der eigenen Interessen – das gilt gleichsam für Laut-/Schriftsprachen und für Gebärdensprachen. HANDS UP steht für gelebte Anerkennung der Gebärdensprachen.

Inklusion im Bildungsbereich

Die berufliche Situation und Möglichkeiten von gehörlosen Menschen sind maßgeblich von der Bildungssituation abhängig. Die Erstsprache von Gehörlosen ist die Gebärdensprache, die bereits in der Frühförderung und weiterführend im schulischen Bereich als Unterrichtssprache eingesetzt werden müssen. Für den Erwerb der Zweitsprache (z.B. Deutsch) sind bilinguale Unterrichtsmodelle die adäquate Form. In vielen europäischen Ländern ist die Gebärdensprache in unterschiedlicher Form rechtlich anerkannt, in Österreich ist die Österreichische Gebärdensprache seit 2015 verfassungsrechtlich als ankerkannte Sprache verankert. Doch obwohl in Österreich die Gebärdensprache rechtlich anerkannt sind, ist der Großteil der Bildungsangebote nicht durchgehend bilingual ausgerichtet. Bildungsangebote in Gebärdensprache als Erst- und Schulungssprache sind europaweit immer noch die große die Ausnahme. HANDS UP ist insofern für hörende Schüler_innen eine Möglichkeit, einen Perspektivenwechsel einzunehmen und nachzuempfinden wie es ist, wenn ausschließlich ohne Lautsprache kommuniziert wird.

Inklusion im Arbeitsbereich

Die Arbeitslosenrate und der Anteil an prekären Arbeitsverhältnissen sind für gehörlose Menschen nach wie vor besonders hoch. Die Arbeitslosenquote der etwa eine Million in Europa lebenden gehörlosen Menschen liegt um rund siebzig Prozent über der durchschnittlichen Arbeitslosenquote der Europäischen Union (EU). Dies führt dazu, dass eine von fünf gehörlosen Personen (21,1%) in der EU von Armut bedroht ist. Die Gründe für dafür sind sprachlich bedingt: Die Bildungssituation für gehörlose Menschen ist nach wie vor nicht bilingual ausgerichtet, sondern auf Laut- und Schriftsprache aufgebaut. Auf Arbeitgeber_innenseite dominieren Berührungsängste und die Sorge vor unüberwindbaren Kommunikationsproblemen mit gehörlosen Arbeitnehmer_innen. In zahlreichen Videos zeigt HANDS UP gehörlose Menschen am Arbeitsplatz: wie arbeitet eine gehörlose Molekularbiologin, ein KFZ-Mechaniker, ein Chemiker, ein Bäckerlehrling, ein Krankenpfleger, ein Barkeeper und vieles mehr!

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